Berichte aus dem Museum

Citizen-Science-Projekt: Oldenburg kartiert Heuschrecken

Landschaftswandel, Artenschwund oder Insektensterben sind nur einige der momentan viel gebrauchten Begriffe, wenn es um die Belange des Naturschutzes geht. Als Einrichtung, die sich regional mit der Biodiversität beschäftigt, forscht das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg an diesen Themengebieten und ruft dabei die Oldenburger Bevölkerung zur Mithilfe auf.

Unterstützen Sie das Landesmuseum in einem „Citizen Science“ Projekt (engl. für Bürgerwissenschaft) bei der Erfassung der lokalen Bestände der Südlichen Eichenschrecke (Meconema meridionale) sowie des Heimchens (Acheta domesticus) und melden Sie uns Ihre Entdeckungen. Ziel des Projektes ist es, die Verbreitung der Arten zu erfassen, um u.a. zukünftige Veränderungen besser nachvollziehen und vergleichen zu können.

Projekt: Südliche Eichenschrecke

Gerade am Abend und des Nachts können in Oldenburg drei kleine (etwa 1 ½ cm lange), grüne Heuschrecken gefunden werden. Ob auf der Terasse, einer weißen Hausfassade, der Küchendecke oder im Badezimmer: Die zierlichen Arten können in Oldenburg überall auftauchen. Neben der gesuchten Südlichen Eichenschrecke sind dies oftmals die ähnliche Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum) als auch die Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima). Auf den ersten Blick ähneln sich die drei Arten, wer genau hinschaut, wird die Unterschiede aber schnell wahrnehmen.

Im Gegensatz zur Gemeinen Eichenschrecke besitzt die ausgewachsene Südliche Eichenschrecke keine Flügel. Tatsächlich sind diese aber sehr rudimentär angelegt. Von der Zartschrecke, die ebenfalls keine voll ausgebildeten Flüge hat, lässt sich die Südliche Eichenschrecke durch ihren schlankeren Körperbau und die beiden orangebraunen Kommaflecke auf der Rückenplatte (Mesonotum) gut unterscheiden. Die Kommaflecke besitzen übrigens beide Eichenschreckenarten!


Die Flügel der Südlichen Eichenschrecke (Meconema meridionale) sind nur rudimentäre Stummelchen. Die orange-braunen „Kommas“ unterscheiden sie von der plumperen Zartschrecke, nicht aber von der Gemeinen Eichenschrecke!


Die Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum) besitzt voll entwickelte Flügel. Bei ihren Larvenstadien sind diese aber noch deutlich verkürzt!


Punktiere Zartschrecken (Leptophyes punctatissima) sind recht plump, haben stark reduzierte Flügel und die Rückenplatte weist keine Kommaflecken aus.

Verbreitung der Südlichen Eichenschrecke in Oldenburg

Grüne Punkte zeigen dem Museum bekannte Vorkommen innerhalb eines Planfeldes. In regelmäßigen Abständen werden von interessierten Oldenburgern gemeldete Neufeststellungen mit roten Punkten gekennzeichnet. Somit soll gemeinsam von Experten und Bevölkerung die Verbreitung der Südlichen Eichenschrecke im Stadtgebiet erforscht werden.

Stand der bekannten Verbreitung von Meconema meridionale im Stadtgebiet Oldenburg. Planquadrate wurden auf Basis von Meßtischblatt-Minutenfelder eingerichtet.



Projekt: Heimchen

Lauschen Sie bei einem abendlichen Spaziergang oder auf dem Nachhauseweg aufmerksam nach Heimchen und melden Sie uns Ihre Entdeckungen.

Verbreitung des Heimchens in Oldenburg

Grüne Punkte zeigen dem Museum bekannte Vorkommen innerhalb eines Planfeldes. In regelmäßigen Abständen werden von interessierten Oldenburgern gemeldete Neufeststellungen mit roten Punkten gekennzeichnet. Somit soll gemeinsam von Experten und Bevölkerung die Verbreitung des Heimchens im Stadtgebiet erforscht werden.

Stand der bekannten Verbreitung von Acheta domestica im Stadtgebiet Oldenburg. Planquadrate wurden auf Basis von Meßtischblatt-Minutenfelder eingerichtet.

Gesang eines Heimchens (Acheta domesticus)

Um Verwechslungen mit dem Grünen Heupferd (Tettigonia viridissima) zu vermeiden, finden Sie hier eine Tonspur des Gesanges.

Gesang des Grünen Heupferdes (Tettigonia viridissima)

Forum

Nutzen Sie unser Forum, um Beobachtungen zu melden und sich mit anderen Teilnehmern sowie mit unseren Experten auszutauschen.

Um Nachweise des Heimchens und der Südlichen Eichenschrecke fachlich zu überprüfen, ist es neben der Benutzung des Forums nötig, Fotos oder mit dem Handy erstellte Tonaufnahmen an das Museum unter folgender Mailadresse zu schicken: buergerwissenschaft@landesmuseen-ol.de

Kommentar von Heide Isrun Lorenz |

Hallo, ich denke, ich hatte am 31. August eine Südliche Eichenschrecke in meiner Küche in der Ulrich-von-Hutten-Str. 20. Ich habe sie fotografiert und in den Garten gebracht.

Kommentar von Angela Brokmeier |

Hallo, ich habe eventuell eine Zartschrecke an der Hauswand entdeckt. Fotos sind vorhanden. Körperlänge ca. 1,5 cm keine Kommaflecken dafür könnten reduzierte Flügel zu sehen sein.
27.9.2018 Artillerieweg Nähe Eichamt.


Berichte aus dem Museum

Sammlung Weltensand | Die Brücke

30.11.2014

von Elvira Wersche

Mit der Plan-Ausstellung "Weil wir Mädchen sind..." startete das kosmopolitische Kunstprojekt „Sammlung Weltensand” im Landesmuseum Natur und Mensch. Ab 21. Oktober 2014 konntedas Publikum über mehrere Tage die Entstehung des temporären Sandbilds „Die Brücke“ der Künstlerin Elvira Wersche mitverfolgen. Am 12. April findet eine Auflösungsperformance statt.

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Wissen Sie eigentlich ...

14.05.2014

Biologiestudentin Mareike Lange erlebte für zehn Wochen ein spannendes Praktikum im Landesmuseum Natur und Mensch und war beim Aufbau der Ausstellung "natur.wert.schätzen." live mit dabei.

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Mein Praktikum im Museum

07.04.2014

Das Landesmuseum Natur und Mensch wurde für zwei Wochen von den Schülerpraktikanten Fiona und Svenja unterstützt. Ein kurzer Bericht schildert ihre Erfahrungen.

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Ist ein Schwarm intelligenter als ein Fisch?

24.02.2014

Dieser Frage widmeten sich die beiden Schüler Lea Sophie Muhle und Thies Henking und nahmen mit ihrem Forschungsprojekt am Wettbewerb "Jugend Forscht" teil.

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Wir wollen´s wissen… - Grüne Säulen in der Stadt

29.10.2013

Das Landesmuseum Natur und Mensch will in seiner geplanten Sonderausstellung "natur.wert.schätzen" verschiedene Sichtweisen der Gesellschaft mit einbeziehen. Hierfür sind bis Ende Dezember fünf Umfragestationen in Form großer, grüner Säulen überall in der Stadt aufgestellt...

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Die Schatzsuche hat begonnen…

10.05.2013

Im Rahmen der Sonderausstellung "Raubgräber – Grabräuber" hat das Landesmuseum Natur und Mensch einen Geocache eingerichtet und ermöglicht seit dem 11. Mai damit jedem, der einen GPS-Empfänger besitzt oder ausleiht, kostenfrei an einer modernen und verträglichen Art der „Schatzsuche“ teilzunehmen.

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Ein Jahr im Leben der Wildgänse

18.04.2013

Das Kinderbuch „Ana und Oke – ein Jahr im Leben der Wildgänse“ ist das Ergebnis eines intensiven Forschungs-Projektes der jungen Forscher aus dem Biologie-Labor der Ganztagsschule Syke (GTS 2001). Auf Forschungsreisen in die Landkreise Aurich und Leer haben sie über ein Jahr verteilt zusammen mit ihrer Lehrerin Melanie Buß das Leben der Kanadagänse erforsch...

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Zuwachs im Aquarium

07.03.2013

Das Aquarium im Landesmuseum Natur und Mensch ist jetzt um eine weitere Attraktion ergänzt worden. Dort, wo eigentlich die Fische der Region vorgestellt werden, kommen nun zwei Becken mit Zierfischen und ihren Varianten hinzu, die auf den ersten Blick nichts mit Oldenburg zu tun zu haben scheinen: Goldfische....

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Neues Jahr - neues Design!

06.01.2013

Ab dem ersten Quartal 2013 zeigt sich das Programmheft des Landesmuseums Natur und Mensch in der gewohnten Übersichtlichkeit, aber in neuem Layout. Unter dem Titel „20dreizehn“ wartet es mit frischen Farben und einigen neuen Angeboten auf.

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