
Vom Eise befreit Geest reiche Geschichte auf kargem LandWeite Flächen, karge Landschaft, unfruchtbare Böden charakteristische Merkmale der Geest, deren Begriff aus dem Niederdeutschen „güst“ genau dies bedeutet: karg und unfruchtbar. Entstanden ist die Geest, die Altmoränenlandschaft in der Weser-Ems-Region, als Folge der Gletscherwanderungen der vergangenen Eiszeiten. Das steinig-sandige Material stammte von den Gebirgen Skandinaviens und aus dem Becken der Ostsee und wurde über einen Zeitraum von tausenden von Jahren in den Gletschern eingeschlossen nach Niedersachsen verbracht. Durch das Abschmelzen und den Rückzug der riesigen Eisfelder blieben Gesteine, Felsblöcke und Sand zurück. Ein weiterer Landschaftstyp in Nordwestdeutschland, dessen Natur- und Kulturgeschichte im Mittelpunkt der zweiten Dauerausstellung des Landesmuseums in Oldenburg steht. |
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Gletscher transportieren Steine und Geröllmassen Geschichte ist lebendigWie stellt man es dar, dass vor mehr als 120.000 Jahren Gesteinsmassen aus weit entfernten Regionen des Nordens in unseren heutigen Lebensraum gelangten? Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt im ersten Raum mit der Installation „fließender Steine“. Die von der Decke herabhängende Stein-Collage symbolisiert die Vielfalt des Steinmaterials, das während der Saale-Eiszeit, der vorletzten Eiszeit, hier angelandet wurde. Steine verschiedener Art, Größe, Form und Farbe schweben nahezu im Raum, dürfen angefasst werden und befinden sich somit auch in Bewegung. Denn dynamisch waren sie ja ebenfalls, als sie hierher kamen. Steine und Sand waren zudem die entscheidenden Grundstoffe im Lebensumfeld des Menschen. Es entstanden Werkzeuge sowie Waffen für den Alltag und die Jagd; für die Keramikherstellung wurden feine Tone und Sande verwendet. |
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Große Monumente im Nordwesten Großsteingräber für die Toten
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Wann treffen Mensch und Tier in der Geest aufeinander?Zunächst bildete natürlich die Jagd den Grundstock für die Nahrungsversorgung in der Altsteinzeit. Zahlreiche Wildtiere lebten auf der weiten Tundra-Landschaft der Nacheiszeit um ca. 13.000 v. Chr. und zogen in großen Herden über das Land. Rotwild, Rentiere, Mammuts, Moschusochsen und Wildpferde waren die Beutetiere des Menschen. Im Besonderen war es das Ren, das neben dem Fleisch eine Fülle von Werkstoffen lieferte: Felle dienten den nomadisierenden Gruppen als Kleidung und Knochen sowie Sehnen wurden zu den unterschiedlichsten Geräten verarbeitet.
Großpräparate und prähistorisches Werkzeug zeichnen ein naturgetreues Bild der Lebensverhältnisse in der Altsteinzeit. Wie das Beispiel der Großsteingräber bereits gezeigt hat, lässt sich der Mensch in der Geest kontinuierlich vom Alt- bis in die Jungsteinzeit nachweisen. Im Unterschied zu den südlichen Regionen wurden die Menschen erst im 4. Jt. v. Chr. in Nordwestdeutschland sesshaft. Sie betrieben nun Ackerbau und Viehzucht. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der produzierenden Wirtschaftsweise, wodurch sich die Verhältnisse zwischen Mensch und Natur grundlegend ändern: Die natürlichen Ressourcen werden zum Objekt der planmäßigen Ausbeutung. Nicht nur Vorräte werden angelegt und Anbau von Saatgut sowie Ernten bewusst organisiert, sondern auch Wildtiere zu Hausformen domestiziert. Zu den Getreidesorten zählen Weizen, Emmer und Gerste und bei der Zucht und Haltung der Haustiere stehen Schwein, Rind und Schaf im Vordergrund. |
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Kontinuität von gestern bis heute?Insgesamt sind es mehr als 4000 Jahre Siedlungsgeschichte, deren kulturelle Entwicklungsschritte durch archäologische Artefakte in der Ausstellung rekonstruiert wird. Exponate von der Altseinzeit bis ins Mittelalter charakterisieren die jeweils wichtigsten Epochen der heimischen Region. Ein klares Design und die gezielte Auswahl von Objekten, die besondere Ereignisse repräsentieren, macht selbst Chronologie besucherfreundlich. Der besondere Wert besteht hier zudem in der Materialvielfalt das Spektrum reicht von der Holz- und Metallverarbeitung bis hin zu Tracht- und Schmuckelementen und beeindruckenden Keramiken. Umfangreich ist auch die Geest als Naturraum eine Baumreihe als Vitrine eingesetzt zeigt die typischen Baumarten der Landschaft mit ihren Blättern, Früchten und Farben. Zahlreich und imposant sind auch die Säugetiere, deren Entwicklungsgeschichte in engem Zusammenhang mit Klimaveränderungen und dem Wandel der Waldböden dargestellt werden. Verschiedene Arten repräsentieren unterschiedliche Entwicklungsstadien: das Ren die Tundra, das Wildschwein den Laubwald und nicht zuletzt der Fuchs die durch den Menschen regulierte Vegetation. Er kann nun auch in der von Maisfeldern geprägten Agrarlandschaft überleben.
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Ein Blick in die Zukunft
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