Landesmuseum Natur und Mensch

Edle Steine und Minerale

Das Museumsgebäude verfügt auf Grund seiner alten Baustruktur über ein Kellergewölbe, das nicht nur für die Räume des Magazins genutzt, sondern unseren Besuchern auch nicht vorenthalten werden soll. In die Architektur eingepasst zeigen wir wertvolle Edelsteine und zahlreiche Minerale – neu überarbeitet und im Detail bestimmt. Die als Dauerausstellung konzipierte Präsentation geht auf die Sammlungen des Oldenburgers Hans Lüschen zurück und wird durch einen umfangreichen Bestand des Landesmuseums ergänzt.

Nach mineralogischen Gruppen geordnet versucht die Sammlung eine möglichst reichhaltige Übersicht zu präsentieren. In ihrer natürlichen Fundform zeigen die Minerale mit ihren nahezu unbegrenzten Kombinationen von Elementen ihre Vielfalt und Farbenschönheit. Kunstvoll bearbeitete Schmucksteine verdeutlichen das Geschick der Menschen, aus unscheinbarem Rohmaterial den Glanz und die Schönheit der edlen Steine zu entwickeln.

Was sind Edelsteine?

Eine genaue festgelegte Definition gibt es für diesen Begriff bis heute nicht. Edelsteine sind seltene, natürlich vorkommende und widerstandsfähige Minerale, die auf Grund ihrer Schönheit und Farbenpracht als Schmuck verwendet werden. Darüber hinaus zählt man auch andere organische Materialien und Produkte wie Perlen, Bernstein und Korallen zu den Edelsteinen.

Schmucksteine – zu Ketten aufgefädelt oder z. B. als Amulett getragen – sind schon seit der Altsteinzeit bekannt. In der Antike wurden Edelsteine neben Gold, Silber und anderen Materialien zu Schmuck- und Trachtobjekten verarbeitet. Der Diamant zählte schon damals zu den wertvollsten Edelsteinen der Welt. Diese Tradition setzt sich auch im Mittelalter fort – immer wieder ist dabei zu beobachten, dass diesen Steinen magische Kräfte zugeschrieben werden: der Schutz vor dem Bösen, als Garanten für Gesundheit, Wohlstand und Sieg.

Heute werden Edelsteine durch Eigenschaften wie Farbe, Glanz, Härte, Politurfähigkeit und Seltenheit gekennzeichnet. Sachkundige Schliffe bringen faszinierende Lichtbrechungseffekte im Kristall hervor und steigern oft den Wert dieser so genannten Juwelen.

... und was genau sind Minerale?

Minerale sind Verbindungen aus einem oder mehreren chemischen Elementen. Sie finden sich fast überall in der Natur. Eigentlich besteht alles, was nicht von Tieren oder Pflanzen stammt, aus Mineralen. D. h., betrachtet man es genau, sind sie sogar in Lebewesen enthalten – als Mineralsalze oder Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalziumphosphat in Kalkschalen, Knochen und Zähnen. Weit verbreitete und bekannte Minerale sind Gips, Kalk, Steinsalz oder auch Metalle wie Eisen, Kupfer, Silber und Gold. Heute unterscheidet man ca. 2000 Minerale, davon sind ungefähr 300 häufig und etwa 10 am Aufbau der Erdkruste beteiligt. Diese nennt man gesteinsbildende Minerale.

Da Minerale in sehr unterschiedlichen Zusammensetzungen vorkommen können, gibt es viele verschiedene Gesteinsarten. Besonders häufig und beinahe jedem bekannt ist der Granit. Er setzt sich aus den Mineralen Quarz, Feldspat und Glimmer zusammen, alles Objekte der Ausstellung. Vielleicht sehen Sie die Welt der Steine bei Ihrem täglichen Weg zur Arbeit, beim Spaziergang usw. ja nach einem Besuch unseres Steinkabinetts mit anderen Augen ...