Zukünftige Ausstellungen


„Wasserwelten – Badekultur und Technik“

ab 15. August bis zum 17. Oktober 2010

 Mit dieser Sonderausstellung beteiligt sich das Landesmuseum Natur und Mensch an dem Kulturprojekt „Alles fließt – zur Kulturgeschichte des Wassers“, in dem die verschiedensten Themen rund um diesen kostbaren Rohstoff dargestellt werden.

 Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen beispielhaft unterschiedliche Nutzungen des Wassers durch den Menschen, unterteilt in drei Themenkomplexe. Diese reichen zeitlich von der klassischen Antike bis zum Barock: Wasserbau, Badekultur und Wasser in der Mechanik sind die zentralen Schwerpunkte.

Der Wasserbau spielte bei der Entstehung der Hochkulturen eine große Rolle. Mit Hilfe von Wasserhebegeräten, Aquädukten und Fernleitungen wurde Wasser gewonnen und weitergeleitet, um Land zu kultivieren und um Siedlungen mit Trinkwasser zu versorgen. Abwässer wurden beseitigt, Siedlungen vor Hochwasser geschützt. Ein Fallbeispiel für die ersten effizienten Nutzungen des Wassers wird der Staudamm von Marib sein.

Darüber hinaus wird gezeigt, warum antike Bäder Zeugnisse der Romanisierung sind, wie die Wasseruhr des Ktesibios funktionierte und welche barocken Unterhaltungsautomaten es gab.

 Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung findet eine internationale und interdisziplinäre Tagung am 14. und 15. Oktober 2010 statt.

Näheres dazu erfahren Sie in Kürze auf unserer website!


„Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos“

vom 21. November 2010 bis zum 31. März 2011

 Spätestens seit David Lean´s Kinofilm „Lawrence von Arabien“ aus dem Jahr 1962 ist T. E. Lawrence in Europa und in den Vereinigten Staaten von Amerika eine der bekanntesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Dabei changiert das öffentliche Bild von Lawrence zwischen kollektiver Erinnerung und den Ergebnissen historischer Recherchen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er vor allem als Held verehrt, seit den 1950er Jahren machten sich aus unterschiedlichen Richtungen auch kritische Stimmen breit. Nach wie vor fällt es dem Betrachter schwer, eine Trennlinie zwischen der literarischen und der medialen Figur T. E. Lawrence zu ziehen.

 Das Landesmuseum Natur und Mensch will mit dieser Ausstellung einen kritischen Blick auf T. E. Lawrence als Person der Zeitgeschichte werfen, gleichzeitig aber auch den Helden eines modernen Mythos sowie den Mechanismus der Mythenbildung thematisieren.

Im Folgende ermöglichen wir einen kurzen Einblick in verschiedene inhaltliche Schwerpunkte:

 Die Archäologie

Der 1888 im walisischen Tremadoc geborene Thomas Edward Lawrence entdeckt sehr früh sein Interesse für Archäologie. Bereits als Schüler unternimmt er Fahrradtouren durch Frankreich und besichtigt dort vor allem Burgen.

Von 1910 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs arbeitet T. E. Lawrence im Vorderen Orient als Archäologe. Zuerst in Karkemesch, dann auf der Sinai-Halbinsel.

 Der Partisanenkrieg

Die Alliierten hatten den Arabern beim gemeinsamen Kampf gegen die Osmanen einen eigenen, selbstbestimmten Staat in Aussicht gestellt. Lawrence tritt für die Sache der Araber ein.

Mit den Beduinen, die seiner Überzeugung nach hervorragende Guerillakrieger sind, führt er Sabotageakte an der Hedjaz-Bahn durch, die Damaskus mit der Heiligen Stadt Medina verbindet, um so den türkischen Nachschub zu stören. Parallel zu diesen Aktionen rückt General Allenby nach schweren Kämpfen bis Damaskus vor. Die Beduinen-Armee Emir Feisals zieht als Erste in die Stadt ein.

 Die große Politik

Auf der Pariser Friedenskonferenz von 1919 drängt Emir Feisal die Alliierten, ihr Versprechen eines selbstbestimmten, arabischen Staates einzuhalten. Lawrence versucht ihn nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen. Auf der Konferenz von Kairo 1922, an der Lawrence als Berater Winston Churchills, der das „Colonoal Office“ leitet, teilnimmt, werden im Nahen Osten die Grenzlinien gezogen, die bis heute weitgehend bestehen.

 Ein Mythos entsteht

Der amerikanische Journalist Lowell Thomas, der das Potential der Geschichte des T. E. Lawrence erkennt, konzipiert 1919 eine Show, ein Spektakel aus Vortrag, Filmen und aufwändigen Bühnenbildern, gelegentlich aufgelockert durch Musik- und Tanzeinlagen. Er zeigt seine Lawrence-of-Arabia-Show zunächst in den USA, im August 1919 startet sie in England, im Covent Garden, und wird auch hier zu einem riesigen Erfolg. T. E. Lawrence äußert sich diesem Unternehmen gegenüber ablehnend, war aber dennoch zu einer Kooperation bereit. Thomas´ Vortragstext erscheint 1924 unter dem Titel „With Lawrence in Arabia“ als Buch. Auflagen in vielen Sprachen folgen. Heut eist T. E. Lawrence ein Held der Medien – vom Film bis zum Comic.

 Im Anschluss an den Standort Oldenburg wird diese Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zu sehen sein.