RE:vision
Vom Staunen zum Verstehen

Aktionsfläche zur Schließung des Naturalienkabinetts
6. Dezember 2025 - 22. Februar 2026
Schluss. Raus. Vorbei?
Im Februar 2026 schließt das Naturalienkabinett in der Dauerausstellung. Seit 45 Jahren bewahrt dieser Raum in der Dauerausstellung eine Vorstellung davon wie früher gesammelt und ausgestellt wurde. Heute ist das Naturalienkabinett aus vielen Gründen kritisch einzuordnen: Einige Exponate kommen aus kolonialen und gewaltvollen Machtverhältnissen und wurden gewaltsam angeeignet. Bezeichnungen, geografische Zuschreibungen und Objektkategorien sind veraltet und beruhen auf Fremdzuschreibungen. Herkunftsgeschichten sind lückenhaft und die Stimmen der Expert*innen, aus den Regionen, aus denen die Objekte entnommen wurden, fehlen.

Vom Staunen zum Verstehen
Die Aktionsfläche RE:vision. Vom Staunen zum Verstehen soll den Schritt der Schließung transparent und erfahrbar machen. An Stellvertreterobjekten aus dem Naturalienkabinett werden Problemfelder wie Sammeln und Macht, koloniale Aneignung, Sprache und Ordnung, Kooperation und wissenschaftliche Verantwortung geöffnet. Die Auseinandersetzungen laden dazu ein, Perspektiven zu wechseln, Spuren kolonialer Geschichte wahrzunehmen und vertraute Ordnungen zu hinterfragen.
Ergänzende Perspektiven
Ein dekoloniales Tischgespräch, das der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN) entwickelt hat, lädt auf der Aktionsfläche dazu ein, die Spuren und Auswirkungen des Kolonialismus in unserer Gesellschaft zu entdecken und besser zu verstehen.
Videointerviews mit den Expertinnen Tanja-Aminata Bah und Dr. Pegah Byroum-Wand öffnen eine übergeordnete macht- und rassismuskritische Perspektive auf Museumsarbeit. Die Umsetzung der Interviews wird aus dem Programm 360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes gefördert.
AktionsBeutel für Familien
An der Museumskasse ausleihbare „AktionsBeutel“ bieten Familien kindgerechte Denk- und Gesprächsimpulse, um gemeinsam zu Themen wie Recht und Unrecht, Besitz oder die Macht der Sprache ins Gespräch zu kommen.
Werkstattgespräche und Kurator*innen-Dialog
Regelmäßig samstags rücken Werkstattgespräche die Geschichte der Objekte des Naturalienkabinetts in den Mittelpunkt. Wie gelangten sie in das Museum? Welche Hinweise geben ihre Provenienzen auf Machtverhältnisse und gewaltsame Aneignungsprozesse? Wir laden ein, sich gemeinsam diesen sensiblen Fragen zuzuwenden und darüber ins Gespräch zu kommen.
Im Kuator*innen-Dialog haben Sie die Möglichkeit, einige Wissenschaftler*innen hinter der Aktionsfläche zu befragen: Wie kommen Objekte ins Museum? Was bedeutet Provenienzforschung heute? Welche kolonialen Verflechtungen prägen unsere Sammlungen und wie gehen wir damit um?
Umgang mit dem kolonialen Erbe
Eine museumsinterne Arbeitsgruppe hat sich in den letzten Jahren mit dem Raum, seinen Deutungen und den kolonialen Verstrickungen auseinandergesetzt. Im Oktober hat das Museum ein Positionspapier zum Naturalienkabinett veröffentlicht. Die Aktionsfläche „RE:vision. Vom Staunen zum Verstehen“ ist ein Schritt diesen Prozess beispielhaft sichtbar zu machen. Mit dem Ende der Aktionsfläche wird das Naturalienkabinett geschlossen. Es entsteht Raum für Neues.
Informationen zum Umgang mit dem kolonialen Erbe sind hier zu finden
Hier finden Sie die Ausstellung
Die Aktionsfläche finden Sie im 1. Geschoss des Sonderausstellungsgebäudes.






