Ausstellungsansicht "Von Tieren, Menschen und anderen Wesen".

Herzlich Willkommen in der geheimnisvollen Bilderwelt der Steinzeit!

Wir haben die aktuelle Sonderausstellung »Von Tieren, Menschen und anderen Wesen« für Sie in einer Bildershow aufbereitet. Scrollen Sie einfach nach unten und erleben Sie so die Inhalte der Ausstellung inklusive erklärender Texte. Viel Spaß!

Ausstellungsansicht "Von Tieren, Menschen und anderen Wesen".

 

Vor vielen Jahren bin ich auf der Suche nach dem Ursprung unseres Menschseins auf die Gesellschaften der Altsteinzeit gestoßen. Ihr Leben, das völlig von den Gesetzmäßigkeiten der Natur bestimmt war, und die Weise, wie sie sich mit ihrem Dasein geistig auseinandersetzten, haben mich fasziniert. Die künstlerischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren vermitteln mir tiefe Einblicke in ihre Vorstellungswelt als Jäger und Sammler. Mein Studium der Urgeschichte führt mich seitdem in die eiszeitlichen Bilderhöhlen, und mit meinen Nachbildungen versuche ich, die mögliche Aussage der damaligen Künstler in die heutige Zeit zu transportieren. Auf den geführten Reisen zu den Steinzeithöhlen können sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen.

Ruth Hecker: Jahrgang 1958 | Mutter von 2 erwachsenen Kindern | Fremdsprachenlehrerin | Natur- und Wildnispädagogin | Urgeschichtlerin mit Schwerpunkt altsteinzeitliche Kunst und Techniken, Rekonstruktion von Höhlenmalerei und Ausstellungskonzeption | Künstlerin | Reiseleitung zu den Steinzeithöhlen Frankreichs und Spaniens

Bei den Ausstellungsobjekten handelt es sich um originalgetreue Nachbildungen. Bei verkleinerten Repliken ist die Größe der Originale angegeben. Die reliefartigen Zementtafeln vermitteln einen Eindruck von der Dreidimensionalität der Felswände. Als künstlerische Umsetzung des Aspektes der Transparenz und Durchlässigkeit zwischen Untergrund und Abbildung sind einige der Höhlenmalereien auf Rohhäuten dargestellt.

Bei der Rekonstruktion der Bilder wurden originale Farben und Pigmente sowie steinzeitliche Mal-, Gravur- und Zeichentechniken verwendet, um den Ausdruck der dargestellten Malereien möglichst authentisch wiederzugeben. Der Farbauftrag der zerriebenen und mit Wasser verrührten Ocker-Pigmente erfolgte mit Pinseln aus Tierhaaren oder Pflanzenfasern, mit Felltampons oder mit den Fingern. Feste Ockerbrocken und Holzkohlestücke wurden zum Zeichnen direkt wie Stifte benutzt, die Farbe zum Teil mit dem Finger in den Untergrund eingerieben. Die Handnegative in Originalgröße entstanden durch Aufsprühen des Pigments mit dem Mund.

Ausstellungsansicht "Von Tieren, Menschen und anderen Wesen".

Eine Welt in Bildern

Das Leben der Menschen der Jüngeren Altsteinzeit, die als Jäger und Sammler im eiszeitlichen Europa lebten, war völlig durch die Gesetzmäßigkeiten der Natur bestimmt. Sie kannten keine Schrift – Malereien in Höhlen und kleine, aus Mammut-, Elfenbein, Geweih oder Stein geschnitzte Skulpturen waren der bildhafte Ausdruck ihrer Vorstellungen über die Zusammenhänge des Lebens, über den Kreislauf von Leben und Tod. Diese frühen Kunstwerke, zwischen 40.000 und 12.000 Jahre alt, sind Zeugnisse der intensiven Beziehung der Menschen zur Natur und Tierwelt. In den Bildnissen spiegelt sich ihr Dialog mit den Leben spendenden Kräften sowie mit der Welt der Ahnen und Tiergeister. Traditionelle Wildbeutergesellschaften erleben ihre Umwelt – Tiere, Pflanzen, Landschaft – als belebt, beseelt und von Geistern bevölkert. Daraus erwächst eine enge, vermutlich verwandtschaftlich empfundene Beziehung zu den Tieren. Schamanen oder Schamaninnen sind Vermittler zwischen den Menschen und der beseelten Natur. Diese Weltsicht kann auch für die eiszeitlichen Jäger- und Sammlerkulturen angenommen werden.

In der Höhle Pech Merle in Quency, Zentralfrankreich, befindet sich dieses außergewöhnliche Bildfeld: Auf einem exponierten Felsblock, dessen Umriss einen Pferdekopf erkennen lässt, sind zwei gepunktete Pferde gemalt. Der anatomisch zu kleine Kopf des rechten Pferdes passt sich der natürlichen Silhouette des Felsens an. Die Punkte befinden sich auch außerhalb der Pferde, so dass sie nicht (nur) die Fellzeichnung wiedergeben, sondern symbolische Bedeutung haben müssen. So auch die Handnegative, die den Kontakt des Malers mit der Höhle und den dargestellten Tieren zum Ausdruck bringen.

Originalfläche des Felsblocks: 3,60 Meter
Rechtes Pferd: 1,60 Meter
Alter: circa 24.500 Jahre

Leben in der Eiszeit

In ihrer eiszeitlichen Umwelt lebten die Menschen in kleinen Gruppen, sammelten pflanzliche Nahrung und jagten Tiere. Ihre Lebensweise war angepasst an die jährlichen Wanderungen der riesigen Tierherden der weitgehend baumlosen Kältesteppen West-, Ost- und Mitteleuropas. Das Jägerund Sammlertum, das die mit Abstand längste Lebensform in der Geschichte des Menschen ausmacht, ist eine hoch entwickelte und hoch spezialisierte Art des Daseins. Die Menschen besaßen eine hervorragende Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Anpassungsfähigkeit und ein feines Gespür für die Vorgänge in der Natur. Sie hatten große Kenntnisse über die Lebensgewohnheiten und das Verhalten der Tiere und über das Vorkommen von Pflanzen. Sie wussten mit Gefahren und Härten umzugehen. Gleichzeitig verfügten sie über Abstraktionsvermögen, Kreativität und Gemeinschaftssinn. Ihr Überlebensgeschick schuf einen großen Reichtum an Techniken sowie materiellen und geistigen Kulturgütern.

Auf dem großen Bildfries in Tito Bustillo befindet sich eine Komposition gemalter und gravierter Tiere. Die Pferde tragen die für die eiszeitliche Spezies typischen Streifen an den Vorderläufern. Das obere Pferd erscheint in leuchtendem Violett, durch farbliche Nuancen werden seine Konturen betont. Dieses seltene Farbpigment kommt in der Höhle natürlich vor; verschiedene Farbtöne betonen die Konturen der Tierleiber.

Originallänge des violetten Pferdes: 1,75 Meter
Alter: circa 14.400 Jahre

Unterhalb der Höhle Tito Bustillo, die an der asturischen Küste in Spanien liegt, fließt ein unterirdischer Fluss, der die Höhle einst geschaffen hat. Sein Rauschen ist in einem Saal zu hören, dessen Felswand mit einem spektakulären Bildfries ausgeschmückt ist. Auf einem intensiv rot gefärbten Untergrund ist eine Gruppe von Pferden und Rentieren zu sehen. Einige Tiere wurden mit violett-farbenem Pigment gemalt, andere graviert oder mit Hokzkohle gezeichnet – die Vielfalt von Farbgebung, Techniken und Stilen im Zusammenspiel mit dem Höhlenraum macht den Fries zu einem der beeindruckendsten Werke der Höhlenkunst.

Am Ende der Eiszeit – Zeiten des Wandels

Aus der Zeit des Kältemaximums der letzten Eiszeit, vor ca. 20.000 Jahren, als viele Regionen Europas unbewohnbar waren, wurden Kunstwerke nur im wärmeren Südwesten gefunden. In der letzten Phase der Eiszeit, vor ca. 17.000 bis 12.000 Jahren, erscheinen wieder vermehrt Höhlenmalereien sowie Tier- und Frauenfiguren in vielen Teilen Europas. In dieser Zeit entwickelt sich die Blütezeit der Höhlenkunst mit großartigen, oft mehrfarbigen Monumentalgemälden. Die meisten Frauenfigurinen dieser Epoche haben ihre üppige Körperlichkeit verloren, sie sind stilisiert und manchmal stark abstrahiert dargestellt. Aber auch sie besitzen die Symbolik ihrer Vorgängerinnen und finden Verwendung im täglichen Leben. Über weite Entfernungen zeigen sich stilistische Ähnlichkeiten, was überregionale Kontakte und gemeinsame Traditionen belegt. Skulpturen mit zweigeschlechtlicher Gestalt und sexuelle Symbole bringen auch am Ende der Eiszeit das Bewusstsein um die Leben spendende Polarität von männlich und weiblich zum Ausdruck.

Mit dem Abklingen der Eiszeit vor etwa 11.500 Jahren und zunehmender Bewaldung durch die Klimaerwärmung ändern sich die Lebensbedingungen der Jäger und Sammlerinnen grundlegend, da die großen Tierherden der Steppen verschwinden. Auch die große Zeit der Eiszeitkunst endet, so abrupt und scheinbar übergangslos wie sie entstanden ist.

Am Ende der Eiszeit

Die Frauenstatuetten am Ende der Eiszeit sind stilisierter, abstrakter und selten naturalistisch. Manchmal deuten nur Brüste oder ein eingeritztes Schoßdreieck darauf hin, dass es sich um die Darstellung einer Frau handelt. Außer Statuetten gibt es auch gezeichnete oder gravierte Frauenabbildungen in Höhlen und auf Schieferplatten. Letztere zeigen wahrscheinlich reale Lebenssituationen, z.B. Frauen beim Tanz. Die Tanzhaltungen der Gravuren aus Gönnersdorf am Mittelrhein erinnern an Fruchtbarkeitstänze vieler Jäger-Sammler-Gesellschaften.

Gemeinsamkeiten

Ähnlichkeiten in der Formensprache von West- bis Osteuropa deuten darauf hin, dass es einen Austausch von Gedanken, Traditionen und Materialien gab. Manche Figurinen erscheinen in ihrer Silhouette nahezu phallisch. Wahrscheinlich ist diese „Zweideutigkeit“ beabsichtigt. Die stilisieren Statuetten aus Mezin und Mežyrič in der Ukraine tragen kunstvolle Mäandermuster und Zickzacklinien, die symbolische Körperbemalung oder Tätowierungen darstellen könnten. Ähnliche Zickzackmuster finden sich auf der großen Elfenbeinfigur aus Andernach am Mittelrhein.

Die Frau als Quell des Lebens

Die meisten Motive der steinzeitlichen Kunst sind Tiere. Neben den Tierdarstellungen gibt es eine Vielzahl von Statuetten, die meist üppige Frauen mit schweren, hängenden Brüsten und betonter Beckenregion zeigen. Diese kleinen Skulpturen sind ganz offensichtlich keine „alltäglichen“ Abbildungen damaliger Frauen. Meist besitzen sie keine Gesichter oder individuellen Züge. Die weite Verbreitung der Frauendarstellungen über große geografische und zeitliche Räume deutet auf ihren übergreifenden Symbolcharakter als Bild der mütterlichen, Leben spendenden Natur hin. Vor allem aus der Zeit vor ca. 28.000 bis 22.000 Jahren findet sich eine große Zahl von Frauenfiguren aus Stein, Geweih, Mammut-Elfenbein oder gebranntem Lehm in den altsteinzeitlichen Siedlungsspuren vom Südwesten Frankreichs bis zum Baikalsee in Sibirien. Auffallende Übereinstimmungen über riesige Entfernungen und Zeiträume hinweg zeigen die kulturelle Bedeutung des Symbols „Frau“. Manche Figuren fanden offenbar Verwendung bei Initiationsritualen und bei der Weitergabe des Wissens um Menstruation, Sexualität oder Geburt. Dabei liegt ihre Bedeutung von Mutterschaft und Gebärfähigkeit wohl nicht nur im Hinblick auf die Fruchtbarkeit der Frauen. Vielmehr scheinen die Figurinen Ausdruck eines komplexen mythologischen Weltverständnisses zu sein, das über viele Jahrtausende in unterschiedlichen Ausprägungen Gültigkeit hatte.

Vor 36.000 Jahren bis 23.000 Jahren – frühe Europäerinnen

Frauenstatuetten wurden in zahlreichen Siedlungsresten der Jäger und Sammler gefunden. Die älteste ist die erst 2008 entdeckte Elfenbeinfigur aus dem Hohle Fels in Süddeutschland. Sie ist mindestens 36.000 Jahre alt, besitzt große Brüste und ein betontes Schoßdreieck. Anstelle eines Kopfes hat sie eine Öse zum Durchziehen eines Bandes. Bemerkenswert ist die abstrakte Liniendarstellung einer Frau auf einem Mammutstoßzahn aus Dolni Vestonice in Mähren. Aus dieser Mammutjägersiedlung stammt auch die aus Lehm und Knochenmehl gebrannte Figur, die offenbar eine Haube mit Sehschlitzen trägt. Die bekannteste Frauendarstellung ist die Kalksteinstatuette aus Willendorf in Österreich. Auch sie weist Spuren von roter Bemalung auf.

Von Osteuropa bis Asien: Urmütter des Ostens
vor 25.000 bis 23.000 Jahren

In mehreren steinzeitlichen Siedlungen am Baikalsee in Sibirien fand man Elfenbeinstatuetten, die auf ihre Funktion als Schutzfiguren oder Amulette hindeuten. Manche besitzen eine Öse zum Auf- oder Umhängen. Außergewöhnlich ist die Darstellung einer alten Frau mit geöffnetem Mund – vielleicht eine singende Schamanin oder eine Clan-Älteste?

Zwei Siedlungen am Fluss
25.000 – 22.000 Jahre alt

Aus Kostienki am Don in Russland stammt eine große Zahl von Frauenfiguren. Meist zeigen sie ältere Frauen – vielleicht Clanmütter – oder Schwangere. Ihre nackten Körper sind häufig mit Bändern verziert. Möglicherweise waren einige von ihnen figürliche Gebrauchsanleitungen für Schwangerschaft und Geburt. An ihnen haften noch heute Reste roter Farbe, mit denen sie bemalt waren. Der Torso einer großen Statuette zeigt eine Frau im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft – deutlich erkennbar am vorgewölbten Nabel. Flussaufwärts liegt die Siedlung Gagarino mit ähnlichem Fundkomplex.

Ahnenmütter und Schutzgeister

Die Frauenstatuetten fanden offenbar im alltäglichen Leben der Menschen Verwendung. Die Mehrzahl der Figurinen wurde in den Überresten der Behausungen gefunden, häufig in der Nähe der Feuerstelle. Sie sind klein und handlich und wurden möglicherweise als Schutzfiguren bei Krankheit oder während der Geburt in der Hand gehalten oder als Amulett am Körper getragen. Denkbar ist ebenfalls, dass sie Abbilder von Ahnoder Stammesmüttern waren, die verehrt und um den Schutz und den Fortbestand der Sippe gebeten wurden. Als solche Geistwesen hatten sie vermutlich eine gesellschaftliche Bedeutung und nahmen in Gestalt der Figuren an der Gemeinschaft der Lebenden teil. Ähnliche Funktionen hatten und haben figürliche Objekte bei vielen traditionellen Stammeskulturen weltweit.

Während die meisten Frauenstatuetten klein und transportabel sind, wurde das Relief einer schwangeren Frau am Felsüberhang von Laussel im Périgord, Frankreich, in einen mächtigen Felsblock skulptiert. Sie hält ein Rinderhorn mit 13 Kerben in der einen Hand, die andere Hand liegt auf ihrem schwangeren Leib. Sie war mit rotem Ocker gefärbt, was auf ihre Ritualfunktion hindeutet. Vier weitere auf Steinblöcke gravierte Reliefs, eins davon ohne erkennbares Geschlecht – evtl. ein junges Mädchen oder ein Jüngling – sowie eine männliche Skulptur mit übergroßem erigiertem Penis unterstreichen die Bedeutung dieses Felsüberhangs als Kult- und Wohnort über viele Jahrtausende.

Abbildung: etwa Originalgröße
Alter: circa 24.000 Jahre

Südlich und westlich der Alpen
vor 25.000 – 20.000 Jahren

Zahlreiche Funde von Frauenfigurinen gibt es aus Siedlungen in Zentralfrankreich, aus den Pyrenäen und aus Norditalien. Die Figur aus Savignano besitzt eine länglich gestreckte, phallisch anmutende Gestalt. Formvollendet stilisiert zeigt sich die Statuette von Lespugue. Meist sind die Frauen gesichtslos, was ihre überpersönliche Funktion unterstreicht. Einige sind mit kunstvoller Kopfbedeckung oder Haartracht dargestellt. Das Köpfchen aus Brassempouy in Südfrankreich, eventuell Fragment einer Statuette, besitzt allerdings ein äußerst sorgfältig geschnitztes Gesicht. Vermutlich ist dies eins der ältesten Porträts der Menschheit.

Höhlen – heilige Orte

Höhlen dienten fast nie als Wohnstätten, sie waren offenbar heilige Orte, in denen die Menschen in Dialog mit den übernatürlichen Kräften treten konnten. Dabei war die Höhlenwand nicht nur Maluntergrund, sondern die durchlässige Membran zur „anderen“ Welt. Durch den Akt des Malens oder Gravierens nahmen die Künstler Kontakt zu den Tierwesen auf, die sie abbildeten.

Zugleich schien die Höhle häufig als Schoß der Erde wahrgenommen zu werden, aus deren Leib neues Leben erwuchs und deren Erneuerungskraft durch Rituale erbeten und angeregt wurde. Phallus- und Vulva-Darstellungen sowie Stellen der Höhlenstruktur, die ein weibliches Geschlecht erkennen lassen, zeigen das Bewusstsein der Menschen´von Sexualität als schöpferischem Akt. Sie zeugen von ihrem Wissen um die Leben spendende Ergänzung von Mann und Frau. Dabei sind es fast nie erotische Abbildungen, vielmehr scheinen sie eine symbolische Ebene zum Ausdruck zu bringen – als Sinnbilder für die Schöpfungskraft des Lebens selbst und der Verehrung der Fruchtbarkeit der Natur, aus der das Leben in all seinen Formen hervorgeht.

In der Grotte Chauvet im Tal der Ardèche, Frankreich, befindet sich eine Wand mit einer Nische in der Mitte, deren natürliche Felsformation eindeutig einem weiblichen Geschlecht ähnelt. Um diese Vulva herum gruppieren sich verschiedene Tiere, unter ihnen die sehr lebendig wirkenden Pferde und Nashörner. Möglicherweise ist es die Szene eines (Schöpfungs-)Mythos, bei dem die Tiere aus dem Schoß der Erde hervorgehen. Eine natürliche Erscheinung unterstreicht den Mutterschoß-Aspekt: Am Fuß der „Vulva-Nische“ befindet sich ein kleiner Spalt, aus dem manchmal von Eisenoxid rot gefärbtes Wasser heraus sickert. Die kleine Quelle ergießt sich als roter Sinterstrom in den Höhlenraum und vermittelt somit ein sehr eindrucksvolles Sinnbild des menstruierenden weiblichen Schoßes.

Länge des Bildfeldes: circa 15 Meter
Originalgröße des rechten Nashorns: 1 Meter
Alter: circa 36.000 bis 20.000 Jahre

(Die verwendete Holzkohle wurde auf 36.000 Jahre datiert, stilistische Vergleiche mit Malereien anderer Epochen lassen ein jüngeres Alter vermuten)

In der kantabrischen Höhle Chufín in Nordspanien wurde ein Vulva-förmiges natürliches Loch im Felsen mit einer großen Anzahl roter Punktreihen umgeben, was den Eindruck von Menstruationsblut vermittelt. Ein längliches Gebilde aus roten Punkten (ein Phallus?) befindet sich direkt daneben und steht vermutlich in inhaltlicher Verbindung.

Darstellung: etwa Originalgröße
Alter: circa 21.000 bis 19.000 Jahre

Vulvendarstellungen in einer kleinen Felsnische der Höhle Tito Bustillo in Asturien, Spanien. Gegenüber dem Eingang zur Felsnische steht eine weiße, Phallus-förmige Kalzitsäule. Zufall oder bewusst gewählte Entsprechung?

Originalgröße der Vulven: je 10 bis 13 Zentimeter
Alter: circa 15.000 bis 14.500 Jahre

An der Decke der kleinen Grotte von St. Cirq, die am Fuß eines Felsüberhangs (Abri) bei Les Eyzies in der Dordogne, Frankreich, liegt, befindet sich im hintersten, niedrigen Teil der Höhle die Gravur eines realistisch dargestellten nackten Mannes mit erigiertem Penis. Er ist kein Mischwesen, sondern menschlich. Im Umfeld der Gestalt befinden sich Gravierungen von Tieren, weiblichen Silhouetten sowie eines Schoßdreiecks.

Abbildung des Originals: 50 Zentimeter
Alter: circa 17.000 Jahre

In den Höhlen nördlich und südwestlich der Pyrenäen wurden natürliche Felsspalten auffallend oft mit roter Farbe als weibliches Geschlecht gekennzeichnet wie hier in der Höhle Mazaculos in Asturien, Nordspanien. Die roten Linien um den Vulva-förmigen Spalt wurden mit den Fingern aufgetragen. Solche in mehreren Höhlen Westeuropas markierten „weiblichen Stellen“ sind bildhafte Symbole einer schriftlosen Zeit mit zeitlos verständlicher Aussage.

Alter: circa 11.000 Jahre

Die Höhlenwände in Covalanas in Kantabrien, Nordspanien, besitzen sehr organische, weiche Formen; sie erinnern an eine runzelige Haut. Die Tiere – meist rot getupfte Hirschkühe – sind in Bewegung dargestellt. Im hintersten Teil der Höhle befinden sich zwei Hirschkühe auf den „Hautlappen“, die einem Uterus ähneln. Sie scheinen aus diesem hervorzukommen. Unterhalb dieser Höhle befindet sich eine weitere Höhle mit zahlreichen Siedlungsspuren. Covalanas jedoch diente ausschließlich als Heiligtum.

Alter: circa 20.000 Jahre

Männliche Kraft

In einigen Epochen, vor ca. 28.000 Jahren und dann wieder vor 18.000 bis 14.000 Jahren, kommen männliche Geschlechtssymbole vor. Meist sind diese Phallusdarstellungen aus Stein, Elfenbein, Knochen oder Geweih geschnitzt. Vermutlich hatten sie eine Funktion als Ausdruck männlicher Kraft und dienten vor allem als Kultobjekte. Der mit 35.000 Jahren älteste Fund stammt vom Abri Blanchard, Dordogne. Ein im Hohle Fels (Schwäb. Alb) gefundener Phallus aus Stein ist 28.000 Jahre alt. Nutzungsspuren weisen auf den Einsatz als Werkzeug bei der Feuersteinbearbeitung hin. Phallussymbole aus späteren Kulturstufen wurden oft kunstvoll verziert oder besaßen eine zusätzliche Funktion als Lochstab.

Oberhalb von Tito Bustillo und verbunden durch einen 20 Meter langen, senkrechten Schacht liegt die Höhle La Lloseta. In ihr befindet sich ein 1,50 m hoher Stalagmit, der mit mehreren Schichten Eisenoxid leuchtend rot gefärbt wurde. Er ist zweifelsfrei als Phallus zu erkennen. Der wiederholte Farbauftrag diente vermutlich der Verstärkung und symbolischen Erneuerung männlicher Zeugungskraft. Ein inhaltlicher Bezug zu den weiblichen Symbolen von Tito Bustillo ist sehr wahrscheinlich.

Alter: circa 14.000 Jahre

Symbol der Weiblichkeit

Zu den ältesten menschlichen Darstellungen überhaupt gehören Symbole des weiblichen Geschlechts – Vulven und Schoßdreiecke. Während fast aller Epochen der Jüngeren Altsteinzeit wurden sie in Stein graviert, aus Lehm geformt oder an Höhlenwände gemalt oder geritzt. Vermutlich sind sie ein genereller, überpersönlicher Ausdruck der weiblichen Lebens- und Schöpfungskraft. Sie und ähnlich alte Phallusdarstellungen zeigen die frühe künstlerische Auseinandersetzung der Menschen mit Geschlechtlichkeit und Fruchtbarkeit. Auch Spalten in Höhlen, die dem weiblichen Geschlecht ähneln, wurden häufig mit roter Farbe´bemalt; sie spiegeln möglicherweise Rituale, welche die Fruchtbarkeit der Natur beschworen.

Sexuelle Symbolik aus dem endeiszeitlichen Lagerplatz bei Oelknitz (Thüringen), auf einer Bergterrasse über dem Tal der Saale gelegen: ein Sandsteinblock mit eingravierter Vulva. Außerdem wurden dort stilisierte Frauenstatuetten, ein steinerner Phallus und Platten mit Pferdegravuren gefunden.

Originalgröße des Steins: 48 x 23 Zentimeter
Alter: circa 14.000 Jahre

Frauen und Tiere

Der Fortbestand des menschlichen, aber auch des tierischen und pflanzlichen Lebens, Geburt und Tod wurden sicherlich früh als großes Mysterium des Daseins wahrgenommen und in bildliche Sprache umgesetzt. Häufig sind sexuelle Symbole mit Tieren zusammen abgebildet; darüber hinaus findet man in mehreren Höhlen Frauendarstellungen in Komposition mit bestimmten Tieren – meist Pferd, Wisent, Hirsch oder Mammut. In dieser „Paarung“ ist die Frau immer menschlich und der männliche Part (?) als Tier dargestellt. Zeigt dies eine bewusste Transformation des Themas Frau – Mann – neues Leben auf eine metaphorische Ebene? Wurde hiermit die Erde zur Erneuerung des Lebens angeregt? Waren die dargestellten Frauen die Herrinnen der Tiere oder die weibliche Erde selbst? Der Ursprung des Lebens, das Geheimnis der Fortpflanzung und die Stimulierung dieser vitalen Kraft müssen essenzielle Fragen für das Überleben der Menschen gewesen sein.

In der Grotte Chauvet befindet sich auf einem herabhängenden Felszapfen das Bild eines Wisents, dessen Vorderlauf zugleich das Bein eines Frauenunterkörpers mit betontem Schoßdreieck bildet. Darüber ist der Umriss eines Löwen zu erkennen. Bemerkenswert ist die Verbindung von Frau und Tier, die sich als Motiv durch alle Epochen der Altsteinzeit zieht. An einer anderen Stelle der Höhle wurden Schoßdreiecke in den Felsen geritzt.

Originalgröße der Darstellung auf dem Zapfen: circa 1 Meter
Alter: circa 36.000 bis 20.000 Jahre

Gesamtansicht des Bildfrieses der Löwen, Wisente, Mammuts und Nashörner in der Grotte Chauvet. Die Tiere gruppieren sich um eine Felsnische, aus der ein Pferd hervorkommt. Fast alle Tiere sind in Bewegung dargestellt. Rechts befindet sich der Felszapfen mit der Frau-Wisent-Darstellung. Erscheint der Wisent, der auf der Wand als kraftvolles Tier dargestellt ist, nun auf dem Felszapfen in symbolischer Gestalt? Der gigantische Fries scheint eine dramatische Geschichte zu erzählen, deren Inhalt nicht mehr zu entschlüsseln ist.

Originallänge des Bildfeldes: circa 18 Meter
Alter: circa 36.000 – 20.000 Jahre

Die Frauengestalt in der Höhle Chufín in Kantabrien, Nordspanien, wurde in eine natürliche Vertiefung der Felswand gemalt. Neben ihr befinden sich ein Pferd und ein Rind. Frauendarstellungen in Höhlen wurden meist graviert; diese ist eine der seltenen gemalten Abbildungen einer Frau. Je nach Feuchtigkeitssituation in der Höhle ist die Malerei gut oder kaum zu sehen.

Frauendarstellung: etwa Originalgröße
Alter: circa 21.000 bis 19.000 Jahre

Ausschnitt eines 25 Meter langen Bildfeldes in der Höhle El Pendo in Kantabrien, Nordspanien. Es schwebt über einem tiefen Absatz, der den Zugang zum hinteren engen Teil der Höhle bildet. Zwischen der roten Hirschkuh und dem Pferd befindet sich eine Vulva. Aus dieser Höhle stammt ebenfalls eine stilisierte Skulptur mit Öse als Anhänger, die vermutlich eine Frauenfigur darstellt.

Originalgröße der Hirschkuh: 1,25 Meter
Alter: circa 22.000 bis 19.000 Jahre

(künstlerische Umsetzung auf Rohhaut)

Eine Wand der kleinen Höhle La Magdeleine im französischen Tarn zeigt im Tageslichtbereich Reliefs von zwei Frauen in ungewöhnlich lässiger, seitlich liegender Position. Die Körper sind der natürlichen Felsstruktur angepasst. Unterhalb der linken Frauengestalt befindet sich ein Wisent. Die Frauendarstellungen sind im Original einen Meter, beziehungsweise 90 Zentimeter groß und etwa 12.500 Jahre alt.

Neben der rechts liegenden Frau erstreckt sich die ebenfalls als Flachrelief ausgeführte Darstellung eines Pferdes. Der Felsüberhang diente den Menschen vermutlich auch als Wohnstätte. Obwohl beide Frauen in einer eher menschlichen Haltung abgebildet sind, wirken sie nicht erotisch oder auf Sexualität anspielend, sondern strahlen natürliche Geschlechtlichkeit aus.

An den Wanden des Felsüberhanges Angles-sur-L’Anglin (Roc-aux-Sorciers) im französischen Vienne wurden Flachreliefs von drei lebensgroßen Frauenkörpern – den natürlichen Formen des Felsens entsprechend – graviert. Die mittlere Frau scheint schwanger zu sein. Auf dem nächsten, hier nicht abgebildeten Fries finden sich Reliefs von Steinböcken, Wisenten und Pferden sowie der Unterleib und die Beine einer weiteren Frau. Die Reliefs sind ungefähr 16.500 Jahre alt.

In der Höhle von Cussac in der französischen Dordogne finden sich Gravuren von vier Frauen. Diese befinden sich in Gesellschaft mit einigen Tieren. Die dargestellte Frauengestalt scheint bereits Kinder geboren zu haben. Die Darstellungen ähneln den stilisierten Frauensilhouetten aus der Höhle Pech Merle in Frankreich und sind ungefähr 25.000 Jahre alt. Auch dort wurden die Frauenumrisse zusammen mit Mammuts und anderen Tieren abgebildet. In Pech Merle wurden die Frauen und Tiere mit den Fingern in den weichen Lehm der Höhlendecke gezeichnet.

Höhle, Mensch, Tier – verflochtene Beziehungen

Eine Höhle war sicherlich auch für die steinzeitlichen Menschen mehr als ein unterirdischer Raum. Die dort herrschende Dunkelheit und Kälte dürften für sie nicht ungewohnt oder unheimlich gewesen sein; und dennoch löste wahrscheinlich auch damals das Betreten einer Höhle ein Gefühl von Geheimnis, Zauber und Staunen, von Eindringen in eine andere Welt aus. Die absolute Stille und Abgeschiedenheit ließen Bilder vor dem inneren Auge entstehen, und flackerndes Licht erschuf Kreaturen an den Felswänden.

Viele der Darstellungen deuten darauf hin, dass die Höhle als Reich der Geisterwelt erlebt wurde und sie selbst als Mittlerin in der Beziehung zwischen Mensch und Tier fungierte. Bestimmte Stellen wie besondere Felsformationen oder Abgründe in tiefere Ebenen scheinen die Menschen dazu inspiriert zu haben, gerade dort Malereien und Gravuren anzubringen. Vor allem in den jüngeren Epochen der Altsteinzeit wurden die engsten, hintersten Teile einer Höhle ausgewählt; der Mensch musste sich förmlich dort hinein zwängen oder Vorrichtungen bauen, um an exponierte Stellen der Höhlenwand zu gelangen. Häufig zeigen die dort angefertigten Bilder seltsame schematische menschenähnliche Gestalten mit Tierköpfen. Einige ähneln historischen Abbildungen von sibirischen Schamanen.

Über 800 Meter vom Eingang der Höhle Rouffignac (Périgord, Frankreich) entfernt befindet sich eine große Komposition von Tierzeichnungen (Pferd, Mammut, Wisent, Steinbock, Nashorn) an der Decke über einem 10 m tiefen Schacht, der den Zugang zu einer tieferen Ebene der Höhle bildet. Offenbar besaß diese Stelle eine besondere Bedeutung im Weltbild der Menschen und wurde bewusst zur Anbringung der Bilder gewählt. Am Fuße des Schachts befindet sich ein menschliches (?) Gesicht, umgeben von Tieren. Die riesige Höhle war offenbar das Heiligtum der Mammuts, denn sie beherbergt u.a. fast 160 gravierte oder mit schwarzer Mangan-Farbe gezeichnete Mammutdarstellungen. Zahlreiche Schlafkuhlen und unzählige Kratzspuren von Höhlenbären belegen das Überwintern dieser Tiere in der Höhle.

Länge des großen Pferdes: 2,70 Meter
Alter: circa 13.000 Jahre

In der Wand eines 5 Meter tiefen Schachts in der Höhle Lascaux in der Dordogne, Frankreich, befindet sich die Darstellung eines vermutlich verwundeten Wisents (mit heraus tretendem Gedärm?), vor ihm ein Mann mit erigiertem Penis, Vogelkopf und flügelähnlichen Händen, darunter ein Stab mit einem Vogel. Diese Szene könnte die visionäre Begegnung eines Schamanen mit dem Geist des Wisents darstellen. Nach einer anderen Interpretation könnte es sich bei dem Gebilde am Unterleib des Tieres um eine Vulva handeln und die Szene eine sexuelle Begegnung zwischen einem Schamanen und einer „Wisentfrau“ schildern. Ihre Platzierung an dieser unzugänglichen Stelle der Höhle dürfte eine sinngebende Bedeutung gehabt haben. Auf dem Boden des Schachts lagen zahlreiche Fettlampen aus Stein zum Beleuchten der Szenerie.

Größe des Wisents im Original: 1,10 Meter
Alter: circa 17.000 Jahre

An der Decke im Endsaal der Ignatievka-Höhle im südlichen Ural, Russland, dessen Zugang ein 5 Meter langer enger, niedriger Gang bildet, befindet sich eine Frauendarstellung, zwischen deren gespreizten Beinen 3 Reihen von insgesamt 28 Punkten verlaufen. Ihr gegenüber befindet sich ein männliches Tier, vermutlich ein Nashorn oder ein mythisches Tier. Von diesem führt in gerader Verlängerung eine Punktreihe zur mittleren Punktreihe der Frauengestalt, wodurch beide Figuren offensichtlich miteinander in inhaltlichem Bezug stehen.

Originalgröße der Frau: circa 1 Meter
Originalgröße des Tieres: 2,30 Meter
Alter: zwischen 14.000 und 10.500 Jahre

(künstlerische Umsetzung auf Rohhaut)

Halb Tier, halb Mensch

Vor allem in den letzten Epochen der Eiszeit, vor 18.000 – 12.000 Jahren, tauchen rätselhafte Mischwesen in der Höhlenkunst auf. Diese Tier-Mensch-Mischwesen entspringen der tiefen Verbindung zwischen Mensch und Tier und waren Wesen, die im Weltbild der Jägergesellschaften eine elementare Funktion besaßen. Diese seltsamen Gestalten geben Hinweise auf Praktiken, bei denen sich der Mensch in andere Bewusstseinszustände begab. Diese sind Jahrtausende alte Grundlagen einer schamanistischen Weltsicht längst vergangener Kulturen, die fast weltweit verbreitet war und die nach wie vor bei einigen traditionellen Völkern existiert.

Meist sind diese menschengestaltigen Tierwesen eindeutig als männlich zu erkennen. Möglicherweise verkörperten sie imaginäre mythische „Herren der Tiere“, die über das Tierreich wachten. Ebenso konnten Schamanen sich in Trance in Tiere „verwandeln“ und so Einfluss auf die Geschicke des Lebens nehmen.

In den steinzeitlichen Höhlen sind solche als männlich identifizierten Mischwesen wieder häufig gemeinsam mit weiblichen Symbolen arrangiert. Daher liegen auch hier Rituale zur Erneuerung des Lebens nahe.

Im hintersten Teil der Höhle Le Gabillou, Dordogne, Frankreich, befindet sich die gravierte Darstellung eines Mischwesens. Es hat die Gestalt eines Menschen, der in das Fell eines Wisents gehüllt zu sein scheint und Wisenthörner trägt. Sein Kopf ist nicht menschlich, er scheint zu tanzen. Davor sind geometrische Zeichen in den Fels geritzt und auf der Wand gegenüber befindet sich die gravierte Darstellung einer liegenden, evtl. gebärenden Frau.

Größe des „Schamanen“: circa 37 Zentimeter
Alter: circa 17.000 Jahre

Nur der Kopf und das Geweih dieser Gestalt in der Höhle Chufín in Kantabrien wurden mit roter Farbe gemalt. Der Rumpf und die Beine bestehen aus dem natürlichen Relief der Wand. Die Felsstruktur ähnelt abgewinkelten menschlichen Beinen, was offensichtlich erkannt und zur Darstellung der Beine genutzt wurde. Der „Hirschmensch“ scheint auf der mit zahlreichen Punktreihen gefüllten Vertiefung zu sitzen.

Originalgröße des Tiermenschen insgesamt: circa 1,5 Meter
Alter: circa 17.500 Jahre

An den Wänden der mächtigen Kapova-Höhle im südlichen Ural (Russland) befinden sich nicht nur Malereien von Mammuts und Pferden, ähnlich denen in Frankreich und Spanien, sondern ebenfalls ein menschengestaltiges Wesen in gebückter Haltung. Die von einer Kalzitschicht bedeckte Gestalt trägt menschliche wie auch tierische Merkmale und ähnelt den Tier-Mensch-Mischwesen der westeuropäischen Höhlen.

Abbildung: etwa Originalgröße (circa 35 Zentimeter)
Alter: circa 19.000 – 16.000 Jahre

Im Höhlensystem von Les-Trois-Frères nördlich der Pyrenäen in Frankreich finden sich 3 Darstellungen von Tier-Mensch-Mischwesen. Zwei von ihnen sind graviert und befinden sich jeweils inmitten einer großen Ansammlung von sich überlagernden Tiergravuren. Der dritte, der „Gehörnte Zauberer“, ist sowohl mit schwarzer Farbe gezeichnet als auch sein Umriss und sein Hirschgeweih graviert. Von einer Deckenwölbung hoch über den geritzten Tierdarstellungen scheint er den Betrachter anzublicken. In ihm sind die Kräfte und Eigenschaften verschiedener Tiere (Hirsch, Eule, Pferd, Wolf etc.) vereint, seine Beine sind die eines Menschen. Sein Blick und seine tanzende Haltung machen ihn zu einer beeindruckenden mythischen Gestalt.

Abbildung: etwa Originalgröße
Alter: circa 13.000 Jahre

(künstlerische Umsetzung auf Rohhaut)

Ein großes Puzzle…

Die mächtigen Schichten der Höhle „Hohlenstein Stadel“ auf der Schwäbischen Alb bargen außergewöhnliche Funde verschiedener Zeitstufen, u.a. den Oberschenkelknochen eines Neandertalers.

Im Jahr 1939, unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurden am letzten Grabungstag Fragmente eines bearbeiteten Mammutstoßzahns freigelegt und in aller Eile verpackt. Keiner der Ausgräber ahnte, welcher archäologische Schatz für Jahrzehnte in den Magazinen verschwand.

Erst nach über 30 Jahren wurden die Bruchstücke in einer Kiste im Ulmer Museum wiederentdeckt. Innerhalb weniger Tage ließen sich die etwa 200 Einzelteile zu einer ungewöhnlich großen Elfenbeinfigur zusammensetzen, die sowohl tierische als auch menschliche Merkmale aufwies. Mit der Zeit tauchten weitere Bruchstücke auf, die zum sogenannten „Löwenmenschen“ passten. In einer Nachgrabung 2012/13 kamen weitere Fragmente aus dem damaligen Grabungsabraum, der seinerzeit wieder in die Fundstelle geschüttet worden war, ans Tageslicht und konnten der Figur in einer akribischen Neuzusammensetzung hinzugefügt werden. Der Löwenmensch ist das älteste Abbild eines Fabelwesens und einer der spektakulärsten Funde der Eiszeit.

Nicht von dieser Welt

Die älteste Darstellung eines Mischwesens ist der circa 40.000 Jahre alte und 31 Zentimeter große „Löwenmensch“ aus der Stadel-Höhle. Er war in einer kleinen Felskammer im hinteren Teil der Höhle zusammen mit Schmuckstücken depo-niert worden. Die Figur ist aus Mammut-Elfen-bein geschnitzt und besitzt eine menschen-ähnliche Gestalt, aber den Kopf und Körperbau einer Raubkatze. Am linken Arm besitzt der Löwenmensch ein Ritzornament und die Füße sind nicht in stehender Position – er scheint zu „schweben“.

Aus dem Tal des Flusses Côa in Portugal ist eine große Anzahl gravierter Felsen bekannt. Gröbere Gravuren von Pferden, Auerochsen, Steinböcken und anderen Tieren sind über 20.000 Jahre alt. Jüngere, in feinen Ritzlinien ausgeführte Darstellungen sind ungefähr 14.000 Jahre alt.

Links: Das seltsame, männliche Wesen ist mit ähnlichen Gestalten aus Frankreich und Spanien vergleichbar. Die Bedeutung der kurzen, oberhalb des Kopfes eingeritzten Linien bleibt unklar. Rechts: Dargestellt ist womöglich die Kopulation zweier Pferde. Der Hengst besitzt drei Köpfe in verschiedenen Positionen, welche womöglich die Bewegung des Kopfes andeuten.

Im hintersten Winkel der Höhle Les-Trois-Frères, inmitten eines Wirrwarrs von übereinander gravierten Tieren, befindet sich eine Gestalt, die kein reines Tier, sondern ein aufrecht stehendes oder tanzendes Mischwesen mit Wisentkopf und menschlichen Armen darstellt. Scheinbar hält die Figur einen Bogen oder ein Musikinstrument. Kaum sichtbar zwischen den Tiergravuren unterscheidet sie sich jedoch deutlich von den bemerkenswert naturalistisch dargestellten Tieren.

Links: Die häufig männlichen Mischwesen sind an ihrem erigierten Penis erkennbar. Im Gegensatz zu den realistisch abgebildeten Tieren erscheinen die Gestalten seltsam grotesk oder schematisch – oft wie Karikaturen, flüchtig in den Fels geritzt. Dies trifft auch auf die tierköpfige Figur aus der Höhle Hornos de la Peña in Spanien zu. Rechts: Auch das menschenartige Wesen an der Decke der Höhle von Altamira im nordspanischen Kantabrien entspricht diesem Prinzip. Die Gravur, am Rand des berühmten Stieres, ist im Profil mit erhobenen Armen, Tierfüßen und erigiertem Penis abgebildet. Bei dem vogelähnlichen Kopf könnte es sich um eine Maske handeln.

Detail des Wisent-Menschen aus der Höhle Les-Trois-Frères. Das Wesen steht offenbar im inhaltlichen Bezug zu den im direkten Umfeld abgebildeten Tieren. Besonders eng scheint die Verbindung zu dem weiblichen Rentier (?), das sich nach ihm umdreht und durch die betonte Geschlechtsregion als brünftig zu erkennen ist. Das Mischwesen ist im Original etwa 30 Zentimeter groß.

Auf einem Stalagmit in der nordspanischen Höhle El Castillo ist ein aufrecht stehender Wisent abgebildet. Die natürliche Form des Stalagmits gab der Gestalt die Umrisse vor. Auf Grund ihrer Körperhaltung und menschlichen Füße ist der Wisent nicht als reines Tier, sondern als Mischwesen zu deuten. Dieser etwa ein Meter große Wisent-Mensch wurde graviert und mit schwarzer Farbe gemalt.

Links: Im letzten Raum der Höhle Les-Trois-Frères befindet sich in zentraler Lage ein Tier-Mann. Er vereint Merkmale verschiedener Tiere. Solche Mischwesen aus Tier und Mensch besaßen möglicherweise einen symbolischen Charakter. Rechts: Im selben Saal der Höhle Les-Trois-Frères ist an einer anderen Stelle die Darstellung eines ähnlichen menschengestaltigen Tierwesens sichtbar. Das Wesen hat den Kopf nach hinten gewandt und ist mit erigiertem Penis abgebildet.

Gemalte Erzählungen

Mythen gaben Erklärungen über die Zusammenhänge des Lebens und halfen den Menschen, ihre Wirklichkeit zu verstehen. Sie machten Herkunft und Identität sichtbar und regelten das soziale Leben. Meist waren Tiere die Protagonisten von mythologischen Erzählungen.

Bei einigen der Höhlenmalereien handelt es sich offensichtlich um Szenen von solchen ins Tierreich übertragenen fantastischen Bildergeschichten. Sie könnten Stammeserzählungen oder Welterklärungsmythen zeigen, die vielleicht über lange Zeiträume tradiert und zum Teil auch übermalt wurden, um ihre Kraft zu „aktivieren“. Andere Darstellungen könnten die visionäre Schilderung einer schamanischen Reise sein und als Verbindung zwischen der irdischen und der überirdischen Welt fungiert haben.

Ebenso scheinen einige Motive auf Knochen oder Geweih mit oft seltsamen Tier- und Menschengestalten Szenen von Bildergeschichten abzubilden. Ihre konkrete Bedeutung lässt sich nicht mehr erschließen, aber thematische Parallelen zur Wandkunst sind offensichtlich.

Im „Saal der Stiere“ der Höhle Lascaux, Dordogne, Frankreich, dessen Deckenvorsprung mit einem U-förmigen Fries beeindruckendster Tierdarstellungen bemalt ist, befindet sich am linken Rand eine Tiergestalt, die es in der Natur nicht gibt: ein tierisches Mischwesen mit den Merkmalen verschiedener Tiere. Dies ist kein Zufall, denn alle anderen Tiere sind eindeutig zu erkennen. Wahrscheinlich spielt dieses „Fabelwesen“ eine besondere Rolle innerhalb der mythischen Bildergeschichte. Diese wiederum steht offensichtlich mit der Form und Ausrichtung der Höhle und des Raumes in Bezug.

Linker Teil des Frieses, Länge des „Fabeltieres“ im Original: 2,40 Meter
Länge des rechten Stieres: 3,50 Meter
Alter: circa 17.000 Jahre

(künstlerische Umsetzung auf Rohhaut)

Ausschnitt des Bildfrieses der Pferde und Nashörner der Grotte Chauvet. Die Höhlenwand wurde vor dem Zeichnen präpariert: die lehmige Oberfläche wurde abgeschabt, so dass der helle Kalkstein zutage trat. Um die Köpfe der Pferde herum wurde das Gestein abgekratzt, um die Konturen der Tiere deutlicher hervortreten zu lassen. Mehrere der Holzkohle-Zeichnungen überlagern sich; eventuell wurden sie im Laufe der Zeit über frühere Darstellungen gemalt. Die Nashörner scheinen sich kämpfend oder paarungsbereit zu begegnen, sie wirken lebendig und dynamisch.

Originalgröße des rechten Nashorns: 1 Meter
Alter der originalen Kohlezeichnung: circa 36.000 Jahre

In einen Seitengang der Höhle Lascaux befinden sich die sogenannten „schwimmenden“ Hirsche, die einen Fluss zu durchqueren scheinen. Handelt es sich um eine Alltagsbeobachtung oder könnte hier der Übergang von einem Daseinszustand in einen anderen (Leben – Tod?) szenisch dargestellt sein?

Länge des Bildfeldes im Original: 5 Meter
Größe der Hirsche: je 1 Meter
Alter: circa 17.000 Jahre

Stätten der Identifikation und Initiation

Positive und negative Handabdrücke sind in vielen Höhlen zu finden, sie kommen fast weltweit in der Felsbildkunst vor. Sie sind sichtbares Zeugnis der Präsenz und des Ich-Bewusstseins des Menschen und zugleich Ausdruck der Kontaktaufnahme mit der lebendig wahrgenommenen Höhle / Erde. Meist sind auch die Handabdrücke mit Tierdarstellungen assoziiert.

Als spirituelle Stätten waren Höhlen wahrscheinlich auch Orte der Erinnerung und der Identifikation eines Stammes. Durch die Kommunikation mit den Ahnen banden sich die Lebenden in ihre Vergangenheit ein und hielten die Erinnerung an ihre Geschichte und Ursprünge wach.

Nach neuestem Forschungsstand stammt die Mehrzahl der Handabdrücke von Frauen, zudem gibt es einige von Kindern. In manchen Höhlen finden sich ebenfalls Fußabdrücke von Menschen im Lehmboden. Häufig sind es eher kleine Abdrücke, die von Frauen, Jugendlichen oder sogar von Kindern hinterlassen wurden. Daraus lässt sich schließen, dass Höhlen auch als Stätten für Initiationsriten dienten, in denen junge Menschen in die Geheimnisse der Stammestraditionen eingewiesen und in die Welt der Erwachsenen aufgenommen wurden.

Dieser Stier in der Höhle von Altamira, Kantabrien, Nordspanien, füllt mit seinem mächtigen Körper eine der Ausbuchtungen der Höhlendecke aus, deren Relief seine Körperhaltung vorgibt. Seine Haltung und die intensive Farbigkeit verleihen ihm geballte Ausdruckskraft, Spannung und Lebendigkeit. Über die buckelige Decke verteilen sich die Gemälde von 26 Stieren, Pferden, Hirschkühen und sogar eines Wildschweins.

Originalgröße des Stieres: 1,85 Meter
Alter: circa 14.000 Jahre

In Gargas wurden mehrere Felsspalten, die einer Vulva ähneln, mit roter Farbe hervorgehoben. Eine dieser Felsspalten ist an beiden Seiten mit roten und schwarzen Handnegativen umgeben. Auch der Handabdruck eines Kleinkindes befindet sich darunter.

Abbildung: etwa Originalgröße
Alter: circa 20.000 Jahre

Viele der über 250 Handabdrücke der Höhle Gargasim französischen Pyrenäenvorland zeigen unvollständige Hände. Forscher rätseln, ob es sich um verstümmelte Hände handelt oder die Finger beim Farbauftrag abgewinkelt wurden. Welche Aussage damit getroffen wurde, ist ebenso unbekannt.

Abbildung: etwa Originalgröße
Alter: circa 20.000 Jahre

Nach neuesten Datierungen sind einige Malereien der Höhle El Castillo in Kantabrien, Spanien, mit 40.800 Jahren die ältesten Kunstwerke in Europa. Im großen Saal der Höhle befinden sich ca. 20 rote Handnegative zusammen mit Punktreihen und geometrischen Zeichen sowie Wisenten, die mit gelblichem Pigment gezeichnet wurden. Das eindrucksvolle Bildfeld wirkt wie eine bewusste Komposition, die weithin im Höhlenraum sichtbar ist, die Tierdarstellungen sind allerdings viele Jahrtausende jünger als die Hände.

Alter der Handnegative: mindestens 37.000 Jahre, eventuell 40.800 Jahre

In der Grotte Chauvet gibt es positive und negative Handabdrücke, sogar einige rote Punktflächen, die mit den gefärbten Handballen ausgeführt wurden und Tiere darstellen. Dieses Handnegativ hier befindet sich neben einer Mammutsilhouette, die das Tier mit einer einzigen Linie wiedergibt.

Abbildung: etwa Originalgröße
Alter: circa 36.000 – 20.000 Jahre

Furcht und Ehrfurcht: Die Macht der Tiere

Vor allem in den älteren Kulturepochen vor 40.000 35.000 Jahren zeigen geschnitzte Tierskulpturen ebenso wie die meisten Tierdarstellungen in der Höhlenkunst vor allem starke und gefährliche Tierarten, die nicht die häufigste Jagdbeute repräsentieren. Diese Darstellungen könnten zur Identifikation mit dem Tier oder als Schutzsymbol gedient haben. Vermutlich signalisierten sie auch Clanzugehörigkeit oder den Status innerhalb der Gruppe. Gleichzeitig spiegeln vor allem die Abbildungen in den Höhlen Bewunderung und Verehrung für die Stärke, Gefährlichkeit und Macht der Tiere wider – Furcht ebenso wie Ehrfurcht. Bei einigen Tieren scheint es sich um konkrete Persönlichkeiten zu handeln – dafür sprechen ihre Körperhaltung, ihr Blick und Gesichtsausdruck.

Ein rätselhaftes Wesen im Saal der Stiere von Lascaux: zwei lange gerade Hörner, ein geflecktes Fell, ein Nacken wie ein Stier oder ein Riesenhirsch, massige Beine, ein tief hängender Bauch und ein wachsam blickendes Gesicht. Auf seinen Flanken ist ein Pferd zu erkennen, das nachträglich mit roten Linien gezeichnet wurde.

Originalgröße des Fabel-Tieres: 2,40 Meter
Alter: circa 17.000 Jahre

Ausschnitt des großen Bildfeldes im Endsaal der Grotte Chauvet: Die Gesichter der Löwengruppe mit ihren doppelten Augen zeigen gespannte Aufmerksamkeit, ihre konzentrierte Bewegung auf ein Ziel ist deutlich wahrnehmbar. Sind sie auf der Jagd? Wen stellten die Künstler mit diesen Löwen dar? Tiere? Ahnenwesen?

Abbildung: annähernd Originalgröße
Alter: circa 36.000 – 20.000 Jahre

Kleine Tiere mit großer Kraft

Die zahlreichen Tierfiguren aus Elfenbein, Knochen oder Geweih, die mit seltsamen Ritzzeichen „verziert“ sind, scheinen eine besondere Bedeutung besessen zu haben, zum Beispiel als Amulett oder Totem. Dazu zählten auch durchbohrte Tierzähne von großen gefährlichen Tieren wie Bär und Wolf. Die machtvollen Eigenschaften der Tiere sollten sich vermutlich auf den Träger oder die Trägerin übertragen. Dabei spielte die Größe der Schnitzerei für die Wirkung offenbar keine Rolle. (Wasser-)Vögel wurden und werden von einigen traditionellen Völkern als Verkörperungen der Seelen ihrer Ahnen verehrt.

Vermächtnis

In der frühesten Kunst offenbart sich das Bemühen der Menschen um den Fortbestand des Lebens, um das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod. Obwohl sich ihre konkrete Bedeutung nicht mehr erschließen lässt, zeugt sie vom Verständnis und von der Verehrung des großen Kreislaufes, als dessen Teil die Menschen sich erlebten, weil ihr Leben und Überleben im direkten Bezug zu den Abläufen der Natur stand. Durch ihren geistigen Dialog mit den Mächten der übernatürlichen Wirklichkeit wurde für sie das Unbegreifbare, das Geheimnis des Lebens begreifbar. Über ihre Bildnisse hielten die Menschen Kontakt mit ihren Ahnen, das heißt mit ihrer Vergangenheit, und würdigten Sexualität als Prinzip der Gegenwart für die Zukunft.

Auf diese Weise hinterließen unsere Vorfahren uns einen berührenden Einblick in ihre komplexe Gedankenwelt und damit in die Ursprünge menschlicher Spiritualität. Berührend, weil ihre Kunst die Verbindung zu ihnen – zu unserer Vergangenheit – sinnlich erfahrbar macht. Liegt nicht in ihrem Bewusstsein, dass der Mensch untrennbarer Teil im Beziehungsgeflecht der Natur ist, eine existenzielle und zugleich motivierende Botschaft an uns heute – für unsere Zukunft?

Einzigartig in der Höhlenkunst sind die beiden aus Lehm modellierten Wisente in der Grotte Le Tuc d’Audoubert im Pyrenäenvorland. Das weibliche Tier befindet sich vor dem männlichen. Von vorne betrachtet scheint der Stier das weibliche Tier zu begatten – ein ausdrucksstarkes und vermutlich bewusst gewähltes Spiel mit der Perspektive. In der Nähe der Lehmwisente wurde die kleine Skulptur eines Wisentkalbs gefunden und in der Umgebung der Szene befinden sich Fußabdrücke von Erwachsenen und Kindern. Da die Höhle in Privatbesitz ist und streng geschützt wird, sind die Wisente im Originalzustand erhalten.

Originalgröße des Stieres: 0,63 Meter
Originalgröße der Kuh: 0,61 Meter
Alter: circa 13.000 Jahre

Von Menschen, Tieren und anderen Wesen

– Impressum –


Direktion

Dr. Ursula Warnke, Direktorin
Dr. Christina Barilaro, stellvertretende Direktorin

Ausstellungskonzeption und Leihgaben
Ruth Hecker

Ausstellungsgestaltung und Gesamtkoordination
Stefanie Kappelhoff-Beckmann M.A.

Ausstellungsgrafik
Polyform

Konservatorische Betreuung
Stefanie Kappelhoff-Beckmann M.A.
Sandra Fünfstück

Ausstellungsaufbau
Heiko Nienstermann
Jochen Kössler

Ausstellungstechnik
Ahmad Chehade

Begleitprogramm
Tosca Friedrich M.A.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Steffen Pilney

Museumsservice
Carina Severiens und Team

Der Ausstellungskatalog ist während der Öffnungszeiten des Landesmuseums Natur und Mensch im Shop erhältlich.

Wir hoffen, Ihnen hat die Onlineversion der Ausstellung „Von Tieren, Menschen und anderen Wesen – Die geheimnisvolle Bilderwelt der Steinzeit“ gefallen!

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