Öffnung für Vielfalt
Ein 360°-Blick für ein offenes Museum
In den vergangenen Jahren haben wir unser Museum in einem fortlaufenden Prozess geöffnet und neu ausgerichtet. Durch gemeinsame Arbeitsgruppen, Fortbildungen und externe Impulse im Museum und im gesamten Betrieb haben wir Diversität in unseren Strukturen verankert und unsere Teamkultur weiterentwickelt.
Mit neuen Formaten, Kooperationen und einer kritischeren Perspektive auf unsere Sammlungen haben wir Räume geschaffen, in denen mehr Menschen ihre Erfahrungen einbringen können.
Die Meilensteine zeigen, wie dieser Weg unser Museum nachhaltig verändert hat.
Meilensteine
Abbau von Barrieren
Ein neues Leitsystem und mehrsprachige Medien erleichtern heute den Zugang zur Dauerausstellung. Audioguide, Medienguide und Saalzettel in mehreren Sprachen verbessern die Orientierung für viele Besucher*innen.
AG Kultur und Teilhabe
Die 2022 gegründete Arbeitsgruppe traf sich regelmäßig bis 2025 und stärkte den internen Austausch zu Diversität und Teilhabe. Sie wurde zu einem wichtigen Motor für kontinuierliche Weiterentwicklung im Haus. Zum Beispiel hat die AG Kultur und Teilhabe einen Beitrag dazu geleistet, das koloniale Erbe in der Sammlung neu zu verstehen und sich kritisch mit dem Naturalienkabinett zu beschäftigen.
Feste der Vielfalt
Seit Beginn des 360°-Prozesses werden im Museum Feste verschiedener Kulturen gemeinsam mit Vereinen der Stadtgesellschaft gefeiert. Newrooz, Kiloce Sale Sere oder der Dia de Los Muertos machen kulturelleTraditionen sichtbar und erlebbar.
Regelmäßige Formate
Mit mini.diwan und kreativ.diwan wurden transkulturelle, mehrsprachige und empowernde regelmäßige Angebote eingeführt. Sie schaffen Begegnungsräume für Kinder, Familien und Frauen unterschiedlicher Herkunft.
Viele Sprachen
Im Rahmen des 360° Programms wurde in zahlreichen Sprachen kommuniziert – von Deutsch und Englisch bis Kurdisch, Arabisch, Persisch, Swahili und weiteren. Diese Vielfalt spiegelt die Lebensrealitäten der Besucher*innen und der Stadtgesellschaft wider.
Open Space und Museumshof
Der Open Space und der Museumshof sind nun zugängliche Orte für Besucher*innen. Im Open Space können sie kostenfrei das Internet nutzen und verweilen, Lesematerial liegt aus, Kinder können malen und spielen. Zudem finden hier unterschiedliche Veranstaltungen statt. Auch der Museumshof wurde so umgestaltet, dass hier Veranstaltungen stattfinden können. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Transkulturelle Feste werden hier gefeiert.
Vielfältige Honorarkräfte
Honorar- und Besuchsservicekräfte an der Kasse mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und Zuwanderungsgeschichten bereichern das Team seit Beginn des Programms. Sie stärken die Repräsentation verschiedener Perspektiven im Museum.
Sprache der Vielfalt
Seit 2024 unterstützen interne Kommunikationsempfehlungen eine vielfaltssensible, gendergerechte und rassismuskritische Sprache. Sie sichern eine bewusste und inklusive Kommunikation nach innen und außen.
Selbstverständnis
Mit dem 2025 verabschiedeten ergänzenden Selbstverständnis ist Diversität dauerhaft in der Organisation verankert. Es erweitert die bestehenden Werte um eine klare diversitätsorientierte Ausrichtung.
Neue Marke
Die neue Marke „Natur und Mensch“ hat sich intern wie extern fest verankert. Sie bildet heute die Grundlage für viele weitere Entwicklungen und Zukunftsprozesse im Museum.
Outreach und postmigrantische Perspektiven
Im Rahmen des 360°-Programmes entwickelte das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg im Dialog mit der Öffentlichkeit Formate, die an die Bedürfnisse und Interessen sowie den Lebens- und Erfahrungswelten der Gesellschaft in Stadt und Region angepasst sind. Seitdem werden unterschiedliche Kooperationspartner*innen, wie Vereine, fortlaufend in die Prozesse einbezogen und stehen mit dem Natur und Mensch im dynamischen Austausch.
Über den transkulturellen Dialog hinaus versuchte das 360°-Programm am Natur und Mensch bei der Entwicklung von Kooperationen, Formaten und Themen einen diskriminierungskritischen Umgang mit gesellschaftlichen Strukturen zu verfolgen und die Reproduktion von Vorurteilen zu vermeiden. Dies erfolgte unter anderem, indem postmigrantische Perspektiven als Querschnittsthemen entwickelt wurden. So etwa durch die Anknüpfung an die Themen Nachhaltigkeit, das Leben und die Natur. Neben einer Vielzahl von Angeboten, die Raum für Dialoge und Austausch für Erwachsene bieten, wie etwa Vorträge oder Filmvorführungen mit anschließender Diskussion, wurden bereits mehrsprachige Angebote für Kinder und Erwachsene etabliert. Die Entwicklung von Formaten geht somit auf die Bedürfnisse einer immer diverser werdenden Migrationsgesellschaft ein.
360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft
Das Projekt 360° ermöglichte es Kultureinrichtungen kulturelle Diversität sichtbar und erfahrbar zu machen. Dabei wurden 39 Modellprojekte mit insgesamt 13,9 Mio. Euro gefördert.
Mit dem Programm unterstützte die Kulturstiftung des Bundes Kulturinstitutionen dabei, sich intensiver mit den Themen Migration und kulturelle Vielfalt als chancenreiche Zukunftsthemen auseinanderzusetzen und neue Zugänge und Sichtbarkeiten für Gruppen der Gesellschaft zu schaffen, die bislang nicht ausreichend erreicht wurden. Das Modellprogramm förderte zu diesem Zweck eine Vielfalt von Ansätzen, die auf eine diversitätsbezogene Öffnung in den Bereichen Programm, Publikum und Personal zielten. Die Vorhaben sollten die bestehenden Angebote in den Kultureinrichtungen ergänzen und die beteiligten Häuser auch für neue Besucher*innen und Mitarbeiter*innen attraktiv machen. Dabei verfolgte das Programm einen intersektionalen Ansatz, bei dem neben der ethnischen Herkunft auch das Alter, Behinderung, geschlechtliche Identität und soziale Herkunft besondere Berücksichtigung finden.
Vorträge und Interviews
Neue Perspektiven zum Nachhören
Umweltethik aus islamischer Sicht – Vortrag von Dr. Asmaa El Maaroufi (Externer Link zu Youtube)
Frieden, Haltung und Nachhaltigkeit – Vortrag von Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi (Externer Link zu Youtube)
Bildung für Klimagerechtigkeit – Lucien Minka im Gespräch (Externer Link zu Youtube)
Korruption in Afghanistan – Jawid Sadeqi im Gespräch (Externer Link zu Youtube)
Bildung als Weg zum Frieden – Im Gespräch mit Maryam Ghandehari (Externer Link zu Youtube)
Netzwerke
Das Landesmuseum Natur und Mensch ist sowohl Teil der „Charta der Vielfalt“, die sich für mehr Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Diversity in der Arbeitswelt einsetzt, als auch Teil des bundesweiten Kulturbündnisses „DIE VIELEN“.
Unser neues Design
Vielfalt mitgedacht
Unsere neue Website ist Teil eines aufregenden Wandels. Wir haben in den letzten zwei Jahren intensiv an einem neuen Auftritt gearbeitet, der alle Menschen zum gemeinsamen Erleben und Lernen einlädt und die besondere Qualität der Sammlung unseres Museums präsentiert. Der Wandlungsprozess ist Teil unserer 360°-Öffnungsstrategie, die von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird und mit der wir unser Museum für die vielfältige Gesellschaft öffnen möchten.



